Manchmal hilft ein Gespräch: Beratung und Seelsorge für Mitarbeitende

Warum ein Gesprächsangebot?

Als Mitarbeiter/in der Evangelischen Stadtmission Freiburg leisten Sie anspruchsvolle Arbeit. Mit Leib und Seele sind Sie dabei. Das Angebot der Mitarbeiter-Seelsorge will Sie dabei unterstützen, gut für Ihre Seele zu sorgen. Gespräche können nicht jedes Problem lösen, helfen aber manchmal, einen nächsten Schritt zu sehen oder Schweres gut zu bewältigen. Dabei darf es auch um ganz persönliche und private Dinge gehen.

Als Seelsorgerin bin ich zur Verschwiegenheit verpflichtet. Weder Kollegen/ Kolleginnen noch Vorgesetzte erfahren, dass Sie die Mitarbeiter-Seelsorge in Anspruch genommen haben.

Das Angebot der Mitarbeiterseelsorge ist unabhängig von Ihrer religiösen Zugehörigkeit. Glaube und Glaubenszweifel können ein Thema sein - aber nur, wenn Sie das wünschen. Sie geben vor, worum es im Gespräch gehen soll.

Nichts, außer Ihrer Zeit und der Bereitschaft zu reden. Die Gespräche sind für Sie kostenlos. Mein Gehalt zahlt die Evangelische Stadtmission. Ihre Gesprächstermine vereinbaren Sie mit mir so, dass sie in der Regel außerhalb Ihrer Arbeitszeit liegen.

Sie haben die Wahl: Sie können mich in meinem Freiburger Büro in der Dreisamstraße 7 aufsuchen. Wir können uns an Ihrem Arbeitsplatz treffen oder an einem neutralen Ort. Auch Hausbesuche sind möglich.

Das bin ich

Durch meine Schwesterntracht bin ich als Mitglied einer evangelischen Schwesternschaft (Diakonisse) erkennbar. Ähnlich wie katholische Ordensfrauen lebe ich ehelos. Mein Gehalt geht an die Gemeinschaft und ich unterstehe einer Oberin als Leitung.

  • Ausbildung zur Religionspädagogin (Diakonin)
  • Studium der Erziehungswissenschaft und der Deutschen Literatur
  • Tätigkeit als Dozentin, Schulleiterin, Seelsorgerin und Moderatorin
  • Prädikanten-Ausbildung in der Württembergischen Landeskirche
  • Trainerin für Emotionale Kompetenz

Oasentage für Mitarbeitende

Frisches Wasser und kühler Schatten an einem heißen Tag, nach einer langen Wanderung - eine Oase ist eine Wasserstelle in der Wüste, ein Rastplatz, ein Ort der Erholung und zum Auffüllen der Vorräte, damit die Reise weitergehen kann.

Auch wir brauchen so etwas von Zeit zu Zeit. Unser Alltagsleben ist oft geprägt von Reizüberflutung, Forderungen, Ablenkungen und Belastungen unterschiedlichster Art. Darum bieten wir Oasentage für Mitarbeitende der Evangelischen Stadtmission Freiburg an. Sie sollen Möglichkeiten schaffen für Stille, Reflexion und Einkehr. Ein hilfreicher Rahmen wird gestaltet, um zur Ruhe zu kommen, zu sich selbst zu kommen, Rückschau zu halten auf das, was war, und sich neu auf das Wesentliche zu besinnen. Ein Oasentag will mehr sein als Wellness und Erholung. Er kann dazu anregen und dabei unterstützen, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen. Nur wer gut für die eigene Seele sorgt, kann auch gut für andere sorgen.

Wer kann teilnehmen? Und was kostet das?

Das Angebot von Oasentagen steht allen Mitarbeitenden der Evangelischen Stadtmission Freiburg offen - kostenfrei und während Ihrer Arbeitszeit für einen halben Tag pro Jahr, sofern Kursplätze verfügbar sind. Ab dem 2. Mal im selben Jahr können Sie das Angebot in ihrer Freizeit nutzen, sofern Plätze verfügbar sind.

Zum Herunterladen: Informationsfaltblatt zu den Oasentagen

Foto: cinoby/ istockphoto

Mittwoch, 10.04.2019, 8:30-12:30 Uhr, Diakonissenhaus Freiburg, Burgunderstr. 5. Thema: "Ballast abwerfen- im Schweigen das Loslassen üben" (mit gemeinsamem Frühstück)

Montag, 06.05.2019, 14-18 Uhr im Haus der Besinnung in Betberg, Noblingstr. 4. Thema: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud – Natur erleben und zu mir kommen" (mit gemeinsamem Abendessen)

Donnerstag, 10.10.2019, 8:30-12:30 Uhr, Diakonissenhaus Freiburg, Burgunderstr. 5. Thema: "Auftanken – Was tut mir gut?" (mit gemeinsamem Frühstück)

Weitere Angebote

Geplant sind außerdem Seminare, Kurse und Veranstaltungen, z.B. zu folgenden Themen:

  • Work-Life-Balance und Selbstfürsorge
  • Konflikte und Kommunikation
  • Gott, Glaube und Zweifel

Die Angebote und Termine finden Sie im Fortbildungskalender im Intranet der Homepage.

Gerne dürfen Sie mich auch einladen...

  • zur Begleitung von Teams
  • zum Training der Emotionalen Kompetenz
  • zur Mitgestaltung von Feiern und Festen

 

"Gott ist der Chef in meinem Leben"

Beitrag von Sr. Irmgard Richter im "vonWegen" 1-2018

Beiträge von Sr. Irmgard in der Mitarbeiterzeitung "vonInnen"

"Darf ich mich vorstellen? Ich bin die Neue." (Heft 3-2017)

"Gott und den Menschen zugewandt" (Heft 2-2018)

"Alle Jahre wieder..." (Heft 4-2018)

"Der Schuld-Räuber" (Heft 1-2019, erscheint im März)

„Adventskranz“ 2018 der Mitarbeiterseelsorge

An jedem Adventssonntag, also am 2., 9., 16. und 23. Dezember, zündet unsere Mitarbeiterseelsorgerin Schwester Irmgard Richter hier eine Kerze am Adventskranz an: mit einem geistlichen Impuls, der zum Innehalten im Trubel der Vorweihnachtszeit einlädt.

Warten ist nervig. Wer hält schon gern vor einer roten Ampel? Sitzen im Wartezimmer, Zeit verlieren in der Warteschleife am Telefon… Sie wissen, was ich meine. Selbst auf etwas Schönes zu warten fällt uns schwer. Und doch ist das ein bisschen anders: Warten als Vorfreude – zum Beispiel auf Weihnachten – oder sehnsüchtiges Warten. Der Advent zelebriert das Warten: nicht gleich alle Lichter am Adventskranz anzünden, sondern „erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier…“

Auf wen oder was warten Sie?

Zur Zeit von Jesus wartete das Volk Israel sehnsüchtig auf den seit langem versprochenen Erlöser. Sie litten unter der Willkürherrschaft der Mächtigen und der demütigenden Besatzungsmacht der Römer. Doch der Heiland, der im Stall von Bethlehem geboren wurde, kam mit einem ganz anderen Auftrag, als sie gedacht hatten. Die Not der Welt beendete er nicht. Er litt mit ihnen. Und er bot ihnen an: „Ich mache, dass alles gut wird zwischen Gott und Euch. Ihr habt einen Platz in Gottes Herz. Das ist euer wahres Glück, nicht nur in dieser Welt, auch in der kommenden.“

Bis heute steht dieses Angebot. Alle Geschenke, die wir in buntes Papier packen, können dafür Zeichen sein. Und die Kerzen am Adventskranz erinnern uns an das sehnsuchtsvolle Warten auf den Erlöser, der schon seit 2000 Jahren für uns da ist.

 

Foto: istockphoto/ smileus

 

 

In früheren Zeiten war es üblich, vor den großen Festen gründlichen Hausputz zu halten. Vielleicht, weil man es für den Besuch schön machen wollte? Und auch ohne Großputz gibt es vor Weihnachten vieles vorzubereiten: besonderes Essen einkaufen und kochen, Plätzchen oder Stollen backen, Geschenke vorbereiten, Post verschicken… Oft hat man Angst, man kann gar nicht alles schaffen!

So ging es dem Mann in dieser Geschichte*:
Ein Mann erfuhr, dass Gott zu ihm kommen wollte. „Zu mir?“ schrie er. „In mein Haus?“ Er rannte in alle Zimmer, er lief die Stiegen auf und ab, er kletterte zum Dachboden hinauf, er stieg in den Keller hinunter. Er sah sein Haus mit anderen Augen. „Unmöglich!“ schrie er. „In diesem Dreckstall kann man keinen Besuch empfangen. Alles voller Gerümpel. Kein Platz zum Ausruhen. Keine Luft zum Atmen.“ Er riss Fenster und Türen auf. „Brüder! Freunde!“ rief er. „Helft mir aufzuräumen – irgendeiner! Aber schnell!“ Er begann, sein Haus zu kehren. Durch dicke Staubwolken sah er, dass ihm einer zur Hilfe gekommen war. Sie schleppten das Gerümpel vors Haus, schlugen es klein und verbrannten es. Sie schrubbten die Stiegen und Böden. Sie brauchten viele Kübel Wasser, um die Fenster zu putzen. Und immer noch klebte der Dreck an allen Ecken und Enden. „Das schaffen wir nie!“ schnaufte der Mann. „Das schaffen wir!“ sagte der andere. Sie plagten sich den ganzen Tag. Als es Abend geworden war, gingen sie in die Küche und deckten den Tisch. „So“, sagte der Mann, „jetzt kann er kommen, mein Besuch! Jetzt kann Gott kommen. Wo er nur bleibt?“ „Aber ich bin ja da!“ sagte der andere und setzte sich an den Tisch. „Komm, und iss mit mir!“

*Die Geschichte von Lene Mayer-Skumanz ist ursprünglich im Gabriel-Verlag unter dem Titel "Der Besuch" erschienen. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autorin. 


Foto: smileus

„Tu nichts! Weihnachten kommt von alleine.“ Dieser Buchtitel1 fällt mir immer wieder ein im Advent. Dabei bin ich gar kein „Weihnachtsmuffel“ – ich würde gern vieles tun in der Vorweihnachtszeit: meine Wohnung schön dekorieren, Plätzchen backen, über Weihnachtsmärkte schlendern, viele Karten schreiben, Konzerte besuchen – am liebsten ganz beschaulich und mit Genuss. Aber es gelingt mir nicht – naja, ab und zu etwas davon. Und immer löst diese Kluft zwischen Wollen und Können ein Unwohlsein in mir aus. Schlechtes Gewissen, Frustration, Unzufriedenheit machen sich bemerkbar. Die Aufforderung „Tu nichts!“ wirkt auf mich wie eine Befreiung. Ich muss mir keinen Druck machen. Natürlich wird es Weihnachten, auch wenn ich nichts von dem tue, was „man“ vor Weihnachten so tut.

So war es ja auch bei der Geburt von Jesus Christus, die wir an Weihnachten feiern. Dass Gott als Menschenkind zur Welt kommt, konnte kein Mensch bewirken. Wir können nichts dazu tun, dass der Erlöser zu uns kommt. Wir können und müssen Gottes Zuwendung zu uns Menschen nicht herbeiführen – durch nichts. Nicht durch gute Taten, nicht durch Meditation und Gebete, nicht durch großzügige Spenden für Hilfsprojekte. Wir können uns Gottes Liebe nicht verdienen – und wir müssen es auch nicht. Bei Weihnachten geht es nicht ums Leisten, sondern schlicht ums Empfangen.

So besingt es ein altes Adventslied: „Ihr braucht euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewusst.“ (Evang. Gesangbuch, Lied Nr. 11,7)

 

1 Stephen Cottrell, Tu nichts… Weihnachten kommt von alleine. Ein Adventskalender der besonderen Art. Neukirchener Verlag, 5. Auflage 2017, 9,99 €

Foto: smileus

In diesen Wochen hört man es wieder oft: „Tochter Zion, freue dich! Jauchze laut, Jerusalem!“ (Zum Nachhören)

Mit diesen alten biblischen Namen wird das „Volk Gottes“, die Menschen, die Gott ernst nehmen, eingeladen, sich zu freuen. Warum sollen sie sich freuen? Im Lied heißt es zur Begründung: „Sieh, dein König kommt zu dir.“ Georg Friedrich Händel, der die Melodie komponierte, dachte an den triumphalen Empfang eines siegreichen Helden, mit Pauken und Trompeten. Mir fallen dabei Menschenmassen ein, die einer prominenten Persönlichkeit zujubeln – zum Beispiel einem Filmstar oder einem Fußball-Weltmeister. Nicht so ganz mein Ding.

Aber dann wird deutlich, dass es um das Kommen von Jesus Christus in die Welt geht: „Er kommt, der Friedefürst.“ Jesus ist ein Held ganz anderer Art. Als „König mild“ wird er beschrieben. Die Berichte über sein Leben machen deutlich, dass er seine Königsherrschaft als einen Dienst der Liebe und Barmherzigkeit ausübt – über die, die ihn als Herrscher akzeptieren wollen. Er ist „sanftmütig und von Herzen demütig“. Sein Ziel ist nicht persönliche Ehre, Reichtum oder Macht. Er wirbt um das Vertrauen der Menschen, damit sie sich mit Gott versöhnen lassen und sich freiwillig unter seine gute Herrschaft stellen. Die Bibel spricht davon, dass Jesus Christus am Ende der Zeit wiederkommen wird, um ein ewiges Reich des Friedens zu errichten, in dem das Böse nicht mehr die Oberhand hat: „Ewig steht dein Friedensthron.“ Ich stelle mir vor: Wenn das geschieht, will ich auch dabei sein. Ich freue mich darauf, ihn zu sehen, ihn zu feiern, ihm zuzujubeln. Das lässt mich heute schon gerne singen: „Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!“

 

Foto: smileus